Hintergrund

Der indische Initiator und Koordinator des Dorfprojektes, Vanathayaraj, gab dem Projekt den Namen Deepam, was Lichtfunke bedeutet.  "Licht ist entscheidend, um Unbekanntes zu entdecken und Verborgenes zu enthüllen. Eine sinnvolle Suche nach dem Ziel des Lebens ist nur möglich, wenn wir von Licht umgeben sind. Jeder, der sozial verantwortlich und bewusst lebt, kann mindestens zu einem Lichtfunken werden, damit diese Welt dem Leben besser dient. Deepam versucht, dies durch seine Entwicklungstätigkeit zu erreichen."

Geschichte: Vanathayaraj wuchs in einem winzigen Dorf in Südindien in großer Armut auf. Später setzte er sich als Gymnasiallehrer in Bangalore für soziale Gerechtigkeit ein.  Auf Einladung  einer "Eine-Welt-Initiative" besuchte er Deutschland. Ein kleiner Freundeskreis entstand, mit dessen Hilfe Spenden gesammelt wurden, die es ermöglichten, ein Stück Land im Dorf Senthanadu (Tamil Nadu) zu erwerben.  1995 wurde das Projekt „Deepam“ gegründet und der langjährige Traum von Vanathayaraj ging in Erfüllung. Die ersten Aktivitäten waren Näh- und Schreibmaschinenkurse.

Projektgebiet: Senthanadu liegt in einem ländlichen Gebiet des Bundesstaates Tamil Nadu, ca. 250 km südlich von Chennai, im Distrikt Villupuram. Senthanadu umfasst ein großes, verstreutes Siedlungsgebiet und hat ca. 4500 Einwohner. Viele gehören zur Kaste der "Vanniar" und sind kleinere Landwirte. Getrennt von ihnen leben die "Dalits" (kastenlose Unberührbare). Die meisten von ihnen sind landlose Gelegenheitsarbeiter (auch heute noch so genannte Kulis) im landwirtschaftlichen Bereich.

Rahmenbedingungen des Projekts

  • Landwirtschaft: Die Bewässerungssysteme sind völlig ungenügend. Es gibt wenige Zisternen und kaum technische Möglichkeiten, Wasser auf die Felder zu bringen. Die Landwirtschaft ist deshalb vom Monsunregen abhängig. In diesem Gebiet werden hauptsächlich Cashew-Nüsse, Gurken, Reis, Zuckerrohr und verschiedene Hirsesorten angebaut.
  • Kastensystem: Es gibt immer noch rigide Kastenregeln. Die sozialen Beziehungen zwischen den verschiedenen Kasten sind sehr begrenzt. Soziale und religiöse Praktiken erschweren (zumindest auf dem Land) den ökonomischen und sozialen Fortschritt erheblich.
  • Ländliche Entwicklung: Der Großteil der Bevölkerung kann weder lesen noch schreiben. Das bedeutet auch, dass viele nur sehr schlecht über ihre Rechte informiert sind. Staatliche Hilfsprogramme erreichen die Armen kaum. Der Staat investiert vorwiegend in die Entwicklung der städtischen Gebiete. Für die Landbevölkerung bleibt wenig übrig.  Umso wichtiger sind private Initiativen wie Deepam.